Itchy Poopzkid am EKG

Die Punkrocker gestalten selbst eine Unterrichtsstunde an ihrer alten Schule

Ein Name musste her. Und zwar schnell. Der erste Auftritt stand unmittelbar bevor und Plakate mussten angebracht werden, um für das Eislinger Stadtfest und damit für den ersten Gig zu werben. Also steckte man kurz die Köpfe zusammen, mitten im Englischunterricht, und der Bandname war geboren: Itchy Poopzkid. Ohne tiefere Bedeutung, ohne eine mögliche wörtliche Übersetzung. Heute hat die Band kaum noch Werbung nötig. Wer mit Bands wie „Die Ärzte“, „Die toten Hosen“ oder „Greenday“ auftritt und schon vor 100.000 Menschen am Brandenburger Tor gespielt hat, muss es zu einem gewissen Ruhm gebracht haben.
Und nun ließ sich diese Band, bestehend aus Sibbi, Panzer und Max, am Erich Kästner Gymnasium blicken. Gerade hatte ihr neues Album „Six“ in den Charts Platz 5 erreicht, viel mehr geht nicht, und dann der Besuch am EKG – warum das?
Sibbi und Max haben beide Anfang des Jahrtausends hier ihr Abitur abgelegt und über Frau König noch lose Verbindungen zur Schule. Über sie lief auch eine Anfrage des Jugendmagazins „Spießer“, ob es nicht möglich wäre, die drei Musiker eine Schulstunde gestalten zu lassen und dies mit Fotos und einem Artikel zu dokumentieren. Man entschied schnell: So eine Gelegenheit kann man sich natürlich nicht entgehen lassen.

Eine Klasse war schnell gefunden – nämlich die 10a. Eine sehr aufgeweckte und interessierte Klasse, die keine Scheu kennt. Und auch nach einem Datum musste man nicht lange suchen. Der Besuch sollte an einem Dienstag, dem vergangenen 19.5., in der Gemeinschaftskundestunde von Herrn Weber stattfinden. So kam es dann auch.
Die Punkrocker tauschten ihre Instrumente gegen ein Stück Kreide ein und stellten der Klasse ihre neue Single „Dancing in the sun“ vor. Zunächst wurde das Video zum Song zwei Mal angeschaut und der englische Text dazu ausgeteilt, bevor an der Tafel gesammelt wurde, welche Probleme in dem Lied angesprochen werden. Schnell entstand eine lange Liste: Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Krieg, Armut oder Hunger. Anschließend diskutierten die Musiker mit den Schülerinnen und Schülern über mögliche Lösungen. Was kann jeder einzelne von uns dafür tun, dass sich diese Probleme minimieren? Genau das ist es, was die Band mit Song auch bezwecken möchte. „Wir haben das Gefühl, dass unsere Gesellschaft zu sehr dazu tendiert, wegzuschauen und nicht zu thematisieren, was es Schlechtes gibt. Das hilft aber keinem weiter“, so Daniel Friedel („Panzer“). Also gilt es, die Komfortzone zu verlassen und diese Thematik anzureißen. Genau dies geschah in diesem Moment in der Klasse. Man müsse alte Kleider spenden, weniger Auto fahren oder fliegen und auf Bioprodukte achten. Den Schülerinnen und Schülern gingen die Ideen nicht aus. Die 45 Minuten waren im Nu vorbei.

Anschließend gab es noch Zeit für eine Fragerunde, in der die zwei „Ex-Ekgler“ Anekdoten aus ihrer Schulzeit zum Besten gaben und von ihrer Anfangszeit in einem Übungskeller des Gymnasiums erzählten. Danach ging es raus auf den „roten Platz“ zum Kicken. So klang ein äußerst interessanter und lustiger Nachmittag aus, an dem sich die Musiker als sehr sympathisch, nahbar und bodenständig erwiesen. Sänger Sibbi musste sich zum Fließen seiner Toilette verabschieden… Das Team um „Spießer“ packte also seine Sachen zusammen. Und in der nächsten Ausgabe erscheint dann das EKG mit seiner 10a!

S. Weber        

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