Blick in die Ausstellung

„Zeichnen ist Grübeln mit Strichen“

Eröffnung der über 220 Werke umfassenden Schulkunstausstellung von 18 Schulen im Landratsamt Göppingen

Schon unsere Urahnen machten es. Und wir bestaunen es bis heute. Was unsere Vorfahren an die Decken und Wände bestimmter Höhlen malten, zieht bis heute Tausende von Besuchern an. Da sind dramatische Jagdszenen oder traurige Bestattungsrituale zu bewundern, gezeichnet mit einfach anmutenden, zum Teil bunten Strichen. Die Faszination des Zeichnens versucht nun auch die Schulkunstausstellung im Landratsamt Göppingen, die vergangenen Donnerstag, dem 18.6., eröffnet wurde, einzufangen.

Auf die Tradition und die Bedeutung des Zeichnens verwies in einer sehr praktisch angelegten und daher spannenden Rede Roland Schmitt, Kunstlehrer am Erich Kästner Gymnasium, Mitorganisator und einer der Juroren der Ausstellung. Von den Steinzeitmenschen spannte er einen weiten Bogen über Michelangelo bis hin zu uns „Alltagsmenschen“. Wir alle bringen als Kinder einfache Zeichnungen auf ein Blatt Papier. Egal ob es „Das Haus vom Nikolaus“, ein Gesicht oder ein Tisch mit einer Obstschale ist. Auf Dreidimensionalität wird dabei nicht geachtet. Die Nase in einem Gesicht ist ein „L“ oder ein Dreieck, der Mund ein Halbmond bzw. eine Banane, was Roland Schmitt durch kleinere Skizzen an einer Flipchart veranschaulichte. So besteht jedes kindliche Kunstwerk aus zu entschlüsselnden Zeichen – und damit ist „Zeichnen ein Grübeln mit Strichen“, so der engagierte Kunstpädagoge. Und entließ damit die zahlreich erschienen Besucher in die Ausstellung.

Dort musste man zum Glück recht wenig nachdenken. Zwar manchmal etwas abstrakt, doch zumeist klar erkennbar durfte man Tiere, Gesichter, Treppenhäuser oder ganze Straßenzüge unter einer bestimmten gegebenen Aufgabenstellung (z.B. „Fluchtpunkt“) bewundern. Bleistiftzeichnungen wechselten dabei u.a. mit bunten Comics oder Kunstwerken nach dem Folien-Overlay-Verfahren ab. Dass dabei Arbeiten aus allen Schularten und jeder Altersgruppe vertreten waren, beeindruckte umso mehr. Denn die Qualität der Kunstwerke war beachtlich. Kein Wunder, dass sie aus hunderten eingereichter Arbeiten herausstachen und ausgewählt wurden.     

Und auch das Rahmenprogramm stimmte. Eine Combo aus acht Musikern der Big Band vom Erich Kästner Gymnasium unter der Leitung von Dieter Läßle übernahm sehr gekonnt die musikalische Begleitung, Butterbrezeln sowie Getränke stellten Magen und Gaumen zufrieden und der für Edgar Wolff stellvertretend als Hausherr agierende Andrea Borgia, Leiter des Amtes für Schulen, Straßen und Gebäudemanagement, freute sich in seiner Begrüßungsrede über das schulische Engagement und die tolle Qualität der ausgestellten Arbeiten.  

Schade, dass solch eine Herausstellung von Kunstwerken aus Schülerhand nur noch alle zwei Jahre stattfindet. Aus Kostengründen strich das Ministerium das eigentlich jährlich institutionalisierte  Event zusammen. Schon Pablo Picasso schaffte es mit seinen verzogenen Dimensionen eines Gesichtes aus einer Frontal- und Seitenansicht zu Weltruhm. Vielleicht ist ja auch ein kleiner zukünftiger Picasso in der Schulkunstausstellung zu finden? 
S. Weber

Moderator: W. Schäffer
Combo der EKG Big Band
Einführungsrede von R. Schmitt
Fotos: S. Renner / R. Schmitt

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