Triathlet Stephan Vuckovic besucht das Erich Kästner Gymnasium

Sein Markenzeichen ist das Piratentuch. Und ohne Kopfbedeckung die Glatze. Sein Wiedererkennungswert hat aber vor allem mit einem kleinen, einer Münze ähnlichen Gegenstand zu tun – und er ist silbern! Im Jahre 2000 belegte Stephan Vuckovic im Triathlon den 2. Platz bei den olympischen Sommerspielen in Sydney. Bis heute wird er in der Bestenliste deutscher Triathleten auf der Ironman-Distanz geführt und er erkämpfte sich in dieser Disziplin beim berühmt-berüchtigten Event auf Hawaii 2005 den 10. Platz.

Und nun schritt dieser Champion zwei Tage nach seinem 43. Geburtstag, gemächlichen Fußes an der Ösch-Halle in Eislingen vorbei, betrat den Kunstrasenplatz, stellte sich vor 13 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b des Erich Kästner Gymnasiums und gab eine Sportstunde. Wie war es dazu gekommen?

Den Kontakt hatte die am EKG unterrichtende Referendarin Sonja Gabriel hergestellt, die den gebürtigen Reutlinger vor einigen Jahren als Gleichgesinnte in der Passion für den Triathlon kennen lernte. Und da sie gerade einige Fünftklässler des EKGs auf den Schultriathlon in Göppingen am 23.7. vorbereitet, kam ihr die Idee, ihren Schülern Vorteile durch eine Trainingseinheit bei einem Olympioniken zu verschaffen.

Gesagt, getan. Über eine Stunde nahm sich Stephan Vuckovic Zeit, um mit den angehenden Triathleten Übungen zu absolvieren. Gemeinsam wurde sich eingelaufen, sich gedehnt, wurden die Muskeln erwärmt und erste koordinative Sequenzen durchgeführt. Dem Experten gingen sie leicht von der Hand, doch die zwar fleißig, tapfer und motiviert mitmachenden Schüler begannen bald zu stöhnen. Zum Glück schloss sich dann das Wechseltraining an. Die EKGler sollten dabei den Ablauf des Umziehens nach dem Schwimmbecken und vor dem Besteigen des Fahrrads automatisieren. Natürlich hatten sie dafür ihre Fahrräder und Schwimmbrillen mitgebracht. Fotos durften davon aber nicht gemacht werden. „Frau Gabriel, wir sehen mit Schwimmbrillen so hässlich aus!“

Doch auf Schönheit kommt es bei diesem Wettbewerb nicht an. Schnell muss man sein. Deswegen brachte Stephan Vuckovic ihnen noch den einen oder anderen Kniff bei, wie man möglichst schnell in seine Schuhe kommt oder die Schwimmkappe abzieht und den Fahrradhelm aufsetzt. 

„Mir ist es einfach wichtig, dass Kinder Sport treiben und sich bewegen“, so der Silbermedaillengewinner. „Kinder haben so viel Energie, und wenn sie die beim Sport rauslassen und nicht, indem sie anderen den Kopf einhauen, dann ist das tausend Mal besser. Und Triathlon kann man bei jedem Wetter betreiben, da gibt es keine Ausreden.“ Deswegen geht der Ausdauersportler auch regelmäßig in Schulen, hält Vorträge oder unterrichtet. Nicht nur Jugendliche. Mehrmals im Jahr leitet er „Premium Trainingscamps“ etwa auf Mallorca oder Lanzarote für Erwachsene. Und nebenher ist er Trainer beim AST Süßen und Unternehmer, indem er seine eigene Agentur „Runningman“ betreibt. Langweilig wird ihm also auf keinen Fall, zumal er immer noch aktiv ist. Ende letztes Jahr absolvierte er wieder einmal einen Ironman (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen).

Mal sehen, ob am Ende sein Können auf die Schülergruppe abfärbt. Vielleicht haben sie ja beim Schultriathlon die paar Körner mehr oder wenige Sekunden Vorsprung, weil sie beim Wechsel schneller waren. Falls nicht – an der Unterrichtsstunde von Stephan Vuckovic wird es nicht liegen. Am Ende durften sogar alle die Silbermedaille von Sydney ansehen und berühren – wenn das keine Motivation ist!  

Stefan Weber

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