Jugendbegleiterprogramm am EKG

Was haben die HipHop-AG, die Speed-Stacking-AG, „Ringen und Raufen“ oder die Hausaufgabenbetreuung am Erich Kästner Gymnasium gemeinsam? Sie alle werden maßgeblich von Jugendbegleitern, also Schülerinnen und Schülern der Oberstufe, betrieben. Zum Teil werden sie dabei von Lehrkräften unterstützt, hin und wieder aber sind sie mit den Fünft- bis Siebtklässlern alleine.
Der Hintergrund ist folgender: Vor Jahren beschloss die Landesregierung den Ausbau der Ganztagesschule und hob dafür das „Jugendbegleiterprogramm“ aus der Taufe. Ausgebildetes Lehrpersonal gab es zu wenig und war zudem zu teuer. Also griff man zu der Idee, dass Schüler Schülern helfen sollten – das „Jugendbegleiterprogramm“ war geboren. Schnell schloss sich das EKG dieser Idee mit einem offenen, also freiwilligen Ganztagesangebot an. Und so braucht das Eislinger Gymnasium Jahr für Jahr fähige Oberstufenschülerinnen und –schüler.
Zweifler wurden gleich eines Besseren belehrt. Es gibt weder zu wenig Schülerinnen und Schüler, die sich für diese Aufgabe melden, noch leidet die Qualität. Ingrid Hinzel-Hees, Schulsozialarbeiterin am EKG, und Abteilungsleiter Stefan Weber haben die Qual der Wahl: Zum Teil bewerben sich über 20 Gymnasiasten für eine einstündige Schicht in der Hausaufgabenbetreuung. Zwar gibt es keine konkreten „Einstellungskriterien“, aber es ist klar, dass gute schulische Leistungen und soziales Engagement etwa als Streitschlichter oder durch Mitarbeit in der SMV dazu verhelfen können, eine der beiden für die Hausaufgabenbetreuung nötigen Plätze zu bekommen.

Klar ist auch, dass die Jugendbegleiter einen pädagogischen Input brauchen. Denn der Umgang mit Unterstufenschülern will gelernt sein. Deswegen schult Ingrid Hinzel-Hees in zwei Workshops die Jugendbegleiter darin, richtig zu kommunizieren, mit Problemfällen adäquat umzugehen oder nachdrücklich zum Lernen anzuleiten.
Und diese Arbeit macht man nicht umsonst: Abgesehen von den Erfahrungen, die man im Laufe dieser Zeit sammelt, gibt es eine Stundenvergütung von 5-7 € und ein Zertifikat aus dem Qualipass des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg als „Beilage“ für das normale Schulzeugnis.

Da die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler so groß ist und von ihnen tolle Zusatzarbeit geleistet wird, konnte man am EKG eine Kooperation mit der Schillerschule eingehen. Gymnasiasten helfen bei der Essensausgabe und –aufsicht an der Grundschule aus, gehen zukünftig Neuntklässlern der Gemeinschaftsschule im Hinblick auf ihre Abschlussprüfung zur Hand oder versuchen, auf spielerische Art und Weise Flüchtlingskindern deutsch beizubringen.
Diese neue Kooperation kann natürlich nur funktionieren, wenn sich viele bereitwillig und zuverlässig miteinbringen – und das scheint bei beiden Schulleitungen und der jeweiligen Schulsozialarbeit der Fall zu sein. Diesem sinnvollen Projekt muss man Glück und Erfolg wünschen, an Wille mangelt es auf jeden Fall nicht. 

Stefan Weber

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