Schülergruppe aus Cáceres im EKG

am Blautopf

23 junge Spanier und ihre beiden Lehrer reisten Ende März mit vollen Koffern in Eislingen an, schließlich muss man in Deutschland für alle Wetterlagen gerüstet sein. Wie schön, dass sie die Wintersachen ungetragen im Koffer lassen konnten, denn Petrus hatte uns eine Woche voller Sonnenschein beschert.

Herr Schacher und ich holten die Gäste am Stuttgarter Flughafen ab. Sie waren ein bisschen nervös, wollten wissen, wie man die Gastgeber korrekt begrüßt. Küsschen, Umarmung, Handschlag? Gar nicht so einfach, denn auch in Deutschland ändern sich die Gepflogenheiten und Küsschen und Umarmung sind in vielen Familien inzwischen auch üblich.

Das Programm war vielseitig und ziemlich dicht: morgens Schule, nachmittags Ausflüge, auch mehrere Ganztagestouren waren dabei: das Limesmuseum in Aalen, der tiefe Stollen in Wasseralfingen, wo wir wie ehemals die Bergarbeiter mit Helm und orangefarbenem Umhang mit einem Zug in den Stollen einfuhren und dort spannende Informationen über den Abbau von Eisenerz erhielten.

Bei der Bäckerei Mayer in Salach erfuhren die Spanier, wie deutsches Brot gebacken wird. Stuttgart stand natürlich auf dem Programm und Ulm sowie die Klosterkirche Wiblingen.

Der Aufstieg auf den Hohenstaufen am Freitag Nachmittag brachte so manchen Schüler an den Rand seiner Kräfte. Herr Schacher legte ein zügiges Tempo vor, bei dem viele nicht mehr mithalten konnten. So ließen sich die meisten oben abholen, nur eine kleine Gruppe war auch beim Abstieg dabei.

Mitgebracht haben uns die spanischen Schüler eine kleine Kostprobe spanischer und portugiesischer Volkslieder, die sie den Lehrern, dem Bürgermeister und beim Abschied auch den Eltern vortrugen. Die Überraschung war geglückt, die Zuhörer spendeten begeistert Applaus.

Einige der Spanier durften ihre Austauschpartner zum Abschlussball der Tanzschule begleiten, eine für sie völlig neue Erfahrung, weil es in Spanien nicht üblich ist, als Jugendlicher Tanzkurse zu belegen. Sie hatten sich für das Event schon in Spanien stilgerecht ausstaffiert.

Nach der ereignisreichen Woche gab es am Sonntag Abend in der Schule einen herzlichen Abschied mit den Gasteltern bei Fingerfood und Pizza. Die Stimmung war bombig, als sich die Spanier zusammentaten und, begleitet von Gitarre (Angel) und Ukulele (Alberto), spontan den aktuellen Hit „Despacito“ zum Besten gaben.

Bei der Abfahrt am Eislingen Bahnhof flossen viele Tränen, selbst bei manchen Eltern. Alle waren sich einig, dass die Woche viel zu schnell vorbei war. Bemerkenswert, dass auch Schüler aus der 10c zum Bahnhof kamen, die selbst keine Austauschpartner hatten. Sie waren trotzdem dabei, denn abends hatten die Schüler immer noch ein Extra-Programm organisiert, von Germany’s Next Top Model im Fernsehen über Eisessen bis hin zu einem Grillabend und einem Tanzevent für die, die nicht zum Abschlussball gehen konnten. 

Für uns Lehrer war die Woche natürlich sehr arbeitsreich, aber auch reich an intensiven Begegnungen. Es ist ein wunderbares Gefühl, Schülern aus zwei unterschiedlichen Ländern, die sonst nicht zusammenfinden würden, einen Raum für neue Erfahrungen zu bieten, die sie sicher für ihr weiteres Leben prägen werden.
Elisabeth Dorvil

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