Legionarius adfuit – Einblicke in das Legionärsleben

Bericht über spannende zwei Stunden mit dem "Legionär" Alexander Zimmermann

Der Schmied Alexander Zimmermann gab uns Lateinschüler der 6. Klasse am Freitag, den 26. Mai 2017 einen Einblick ins Zeit­alter der Römer. Wir erfuhren u.a., welche Ausrüstung ein römi­scher Soldat vor der Einführung der Berufsarmee unter Marius um 100 v. Chr. besaß. Da die Ausrüstung damals selbst finanziert werden mußte, rüsteten sich ärmere Bauern nur mit Heugabeln oder ähnlichen alltäglichen Werkzeugen aus, wohingegen sich reichere Bürger mit aufwendigen, teils auch verzierten Rüstun­gen und Schwertern bewaffnen konnten. Mittellose mußten hin­gegen keinen Kriegsdienst leisten, bekamen dadurch allerdings auch keinen Anteil an der Beute. Um 100 v. Chr. wurde dann eine Berufsarmee eingeführt, deren staatlich zur Verfügung ge­stellte Ausrüstung folgendermaßen aussah: ein Helm mit Nackenschutz und Wangenklappen (cassis), ein Kettenhemd (lo­rica), ein Kurzschwert (gladius), ein nach innen gewölbtes, rechteckiges Schild (scutum), ein Wurfspeer (pilum), evtl. eine Stoßlanze (hasta), dazu Militärstiefel (caligae) und ein Militär­gürtel (cingulum militare). Im Winter standen den Soldaten zum Schutz vor Kälte und Regen ein Mantel mit Kapuze (paenula) und lange Socken (tibialia) zur Verfügung. Reiter besaßen zu­dem Wadenwickel zum Schutz vor Dornenhecken oder Ähnli­chem. Mit dieser Ar­mee, so erzählte und Herr Zimmermann, weitete sich das römi­sche Reich schon bald aus und wurde mit zum mächtigsten Reich der Antike. Auch zu uns nach Deutsch­land bzw. Baden-Württemberg kamen die Römer. Doch die zä­hen Germanen be­reiteten ihnen große Schwierigkeiten. Als sie dann in der Varus-Schlacht um 9 n. Chr. etwa zehn Prozent ihrer Armee und ihres Materials verloren hatten, zogen sie sich wieder hinter den Rhein zurück.

Nach diesen Ausführungen gingen wir nach draußen, wo wir Schüler u.a. die Schildkrötenformation selbst nachstellen durf­ten. Dies kam sehr gut bei uns an! Kaum einer hätte gedacht, dass dies so schwer sein könnte, da, wie wir nun am eigenen Leib erfuhren, die Schilde bis zu sechs Kilogramm schwer wa­ren. Danach ging es wieder ins Mensagebäude hinein und ein paar von uns durften sich wie römische Bürger kleiden. Hierbei erfuhren wir, dass der römische Mann eine Tunika (Unterkleid) und die reicheren Bürger in der Öffentlichkeit eine Toga (über­einandergelegte Stoffbahnen) trugen. Die Frauen trugen eben­falls eine Tunika, dazu auch eine Palla (ähnlich wie die Toga: übereinander gelegte Stoffbahnen, nur dass hier ein Tuch über den Kopf gelegt wurde). Als die Veranstaltung fast vorbei war, durften wir noch ein paar Minuten lang die Ausrüstung eines Le­gionärs und andere Dinge anprobieren und ausprobieren. Insge­samt war es eine sehr gelungene Veranstaltung und wir waren wohl alle traurig, als sie vorbei war.
Felix Locherer, Elias Alfia, 6c

Aufstellung zur Schildkröte
Fotos: R.Schmitt

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